Here’s the text from our little hand-out:
Einige Mitarbeiter von MESO Web Scapes und MESO Digital Interiors haben sich für die Luminale 2010 den Spass erlaubt, einen kleinen Beitrag – oder genauer: einige kleine Beiträge – zur Gruppeninstallation FENSTER ZUM HOF beizusteuern. Diese Installatiönchen folgen einigen Ideen, die sich in der langjährigen Praxis bei MESO ausgeformt haben, aber für Aussenstehende ziemlich schwer zu fassen sind.
Wir halten es grundsätzlich für unangebracht, das alles erklären zu wollen. (Als regulärer Besucher sollten Sie einfach reingehen und mitmachen.) Für den Zweck dieses kleinen Pressetextes versuchen wir es aber mal zusammenzufassen. Bitte sagen sie nicht gleich alles weiter.
MESO ist ein Designerteam für digitale Inszenierung und Interaktion mit ausgeprägtem technischen Background. Wir verstehen uns als Problemlöser im Entwurf und der Realisation von komplexen Mediensystemen, sei es online unter dem Label MESO Web Scapes als auch in ortsspezifischen Installationen mit MESO Digital Interiors. Wir konzentrieren uns auf Projekte mit höchstem technologischen Anspruch. Dementsprechend investieren wir viel von unserer Zeit in Forschung und Entwicklung. Die Beschäftigung in freien gestalterischen Kontexten wie der Luminale zählt für uns klar dazu. Die MESO MANSION ist für uns ein Versuchsaufbau, in dem wir soziale Situationen, Interaktionen und Technologien ausprobieren, um uns auf neue Ideen für unseren Job zu bringen. Und als Vorwand, um einen drauf zu machen, natürlich.
Der Probeaufbau besteht also aus einigen miteinander verwobenen Systemen:
Zum einen ist da die Lichtinszenierung der vom Architekturbüro Gruber+Kleine-Kraneburg entworfenen SCOPER (Bau: Ole Steusloff). Diese Gruppe von kleinen Gebäuden im Innenhof der Niddastrasse 84 wird aus integrierten LED-Leuchten in ihren Sockeln illuminiert. Das von uns dafür entwickelte Computerprogramm berechnet 50 mal in der Sekunde eine neue Lichtsituation, die dem Lichteinfall einer virtuellen, sich bewegenden Lichtquelle entspricht. Der entstehende Effekt ähnelt entfernt dem einer Sonne, die sich um die Scoper dreht. Die Farbe dieser Sonne wird dabei öfters einmal zufällig ausgewählt. Wir finden den Effekt auf angenehme Weise irritierend. Die Leuchten vom Typ NanoLiner XB-18 RGB und die Interfaces vom Typ eCue Butler wurden uns freundlicherweise vom Hersteller, der Firma TRAXON TECHNOLOGIES, zur Verfügung gestellt.
Auch auf dem für die Installation bereitgestellten freien WLAN spielt die Lichtinstallation der SCOPER mit. Alle Besucher sind dazu eingeladen, einen von uns bereitgestellten kostenlosen Internetzugang über das lokal verfügbare WLAN “MESO-MANSION” zu nutzen. Sie können dafür ihre eigenen Smartphones oder Notebooks verwenden. Alle Webseiten die Sie aufrufen, sind jedoch in der Farbe der Lichtinstallation eigefärbt. So können Sie etwa http://slashdot.org verfolgen, ohne die Lichtinstallation verpassen. Jedes der beteiligten Unternehmen am Kreativstandort Nidda84 bespielt einen eigenen SCOPER. Im MESO-Scoper befindet sich nur ein Telefon. Das Kabel führt in Luftlinie direkt in den Motorenraum des Aufzugs, auf den auch das Guckloch unseres Häuschens ausgerichtet ist.
Das Telefon ist über unsere Telefonanlage an den Lastenaufzug aus dem Jahre 1956 angebunden.
Da unser Büro die 4. und 5.
Die Bar darf von maximal 10 Personen gleichzeitig betreten werden. Das Mitfahren geschieht auf eigene Gefahr. Es ist in der Vergangenheit vorgekommen, dass der Türschliessmechanismus an der untern Tür versagt. Für die Sicherheit ist in diesem Fall gesorgt. Der Aufzug hält dann an. Lediglich das Aussteigen ist nicht mehr möglich. Für alle Messebesucher: Falls Sie einen Vendor Lock In live erleben wollen. Steigen Sie ein! Für Fear Uncertainty Doubt (FUD) an Bord ist gesorgt!
Alternativ können die Fahrgäste sich auch für ein sehr kleines (0,1L), aber frisch im Fahrstuhl gezapftes Bier der Marke Bitburger entscheiden. Da das Fäßchen ein Fassungsvermögen von 10L hat, sei der nerdhafte Kommentar gestattet, das unser Aufzug 100 Bit aufweist. Wir Developer finden sowas lustig.
Ferner ist die Musikanlage, die für eine leicht gruselige Aufzugsmusik zwischen Easy Listening und Glitchpop sorgt, in die oben erwähnte digitale Telefonanlage des MESO-Büros eingebunden. Es besteht somit via WLAN eine Sprachverbindung zum Telefon im Scoper. Man kann also bereits während man im Erdgeschoss auf seinen Aufzug wartet seine Drinks bestellen. Auch ist hiermit für den Fall, dass der Aufzug mal wieder steckenbleibt, für eine zweite Notrufverbindung gesorgt.
Sollte es der Aufzug im vollbesetzten Zustand bis in den 4. Stock schaffen, so können die Fahrgäste dort einen Blick auf eine weitere Installation werfen: Sämtliche Raum- und Schreibtischleuchten des Büros wurden für die Dauer der Luminale auf Betrieb mit herkömmlichen Glühlampen zurückgebaut und werden nun parallel zur Bespielung der Scoper im Hof mitgesteuert. Sozusagen ein lichtgestalterisches “Objet Trouvé”, das mit einfachen Mitteln eine bezaubernde Raumstimmung bewirkt.
Abgesehen vom Unterhaltungswert all dieser Spielereien freuen wir uns über die Gelegenheit, uns einmal mehr mit den verbundenen Detailproblemen wie z.B. der Übertragung von Lichtsteuerungssignalen über DMX, Audiomixing in SIP-Phone-Clients, Realtime-Parsing in HTTP-Proxies, Sonderformen des Raytracing, Bewegungsmessung fahrender Maschinen per Image Recognition, usw. usw. herumschlagen zu können. Alle digitalen Installationen sind aus Budget- und Sportsgeistsgründen unmittelbar vor der Eröffnung in einem Zeitraum von ca. 48 Stunden entstanden.
Das Team in alphabetischer Reihenfolge:
Stefan Ammon
David Brüll
Nils Buhlert
Claudius Coenen
Christine Emrich
Sascha Hanßen
Ingolf Heinsch
Miriam Hohmuth
Jannis Kreft
Jochen Leinberger
Maximilian Lemke
Philipp Lorenz
Sebastian Oschatz
Martin Schuster
Daniel Schwarz
Jan Trüller
Max Wolf
Mathias Wollin
And here is what the visitors published:
Hello pilgrims to the Luminale,
→ dear fellow Frankfurters,
→ citizens of Luminapolis,
the
→ MESO Web Scapes and the
→ MESO Digital Interiors
request the honor of your presence
at the limited opening of the
→ MESO MANSION,
our tiny temporary and very nontraditional movable WHISKY BAR
→ in the elevator of the MESO offices at the
→ Krrreativstandort Niddastrasse 84 in Frankfurt during the
→ Luminale Festival 2010
open every evening from sunday 11th of april until friday 16th. from around 18:00 till we drop.
→ Grand Reception on Monday the 12th. see below.
in addition to the drinks, expect curious showcases of a few select silly
systems, purpose-built for the occasion by your fellow mad media scientists
at MESO, for example
+++> DMX BASED OFFICE LIGHTING
++++> SECURE MULTITOUCH ELEVATOR TECHNOLOGY
+++++> PHONE-TO-BAR-TO-GHOST CONNECTIVITY
++++++> FREE WLAN WITH CHROMATIC ABERRATIONS
+++++++> 50 BIT DRINKS WITH VENDOR LOCK-IN
++++++++> LASER BULBS (courtesy of visiting-mad-scientist JOERG OBENAUER)
(we also have beer) (very competitive pricing) (charming music)
…and not only that!
→ the MESO MANSION will be merely a module to the plurimediatic
installation
→ FENSTER ZUM HOF jointly developed by the friendly creative folk
→ that reside at Niddastrasse 84, namely:
→ apd architekten ingenieure
→ → Berens.Bauer.Belocassi
→ → → Bernhard Knaus Fine Art
→ → → → Franken Architekten mit Tobias Rosenberger
→ → → → → Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten
→ → → → → → Kai Middendorff Galerie mit Paul Schwer
→ → → → → → → MESO Digital Interiors + Web Scapes
it will be a grand reception on Monday 12th from 18:00h with the
generous support of
→ IMA Kitchen (food) and
→ THE PURE HOTEL (more drinks) and
→ TRAXON TECHNOLOGIES (Red, Green and Blue)
and DJs (tba) and whatnot.
Like the MESO MANSION, the FENSTER ZUM HOF are open from 18h till about
23h each day of the Luminale.
come as you are!
By the way:
MESO is proud to see many of its members and alumni active in many of the
other Luminale projects. Much Kudos to
→ Kohlekran in neuem Licht by EVO Energieversorgung
Offenbach AG with MESO Digital Interiors featuring Philipp Steinweber
→ Bunt und Billig by Narrenfreiheit by Tim Findeisen with “Strechinlight” with Alexander Graf plus David Brüll plus Björn Schwarzer
→ Licht am Ende des Tunnels by Atelier Markgraph with Selin Özçelik and Paul Scheytt
→ Mehr Licht by Nippon Connection with Jochen Leinberger
→ hive – Schwarm by FH Mainz with Tatevik Aghagababyan