Die Stadtmarketing Mannheim GmbH schickt zum 400jährigen Stadtjubiläum einen überdimensional großen Multimediawürfel auf Reisen, der bundesweit Besucherinnen und Besucher nach Mannheim einlädt. Auf einer Grundfläche von 64 m2 und einer Frei-fläche von 400 m2 gibt es unter dem Motto “Sehen – Hören – Gestalten” viel zu erleben.
Technischer Höhepunkt ist dabei das Klanglabor, wo jeder selbst zum Musikproduzent werden kann und seine eigene Version des Mannheimer Jubiläumssongs “MEINE-WELT” mixt und auf der Webseite www.klangderquadrate.de abrufen kann.
Das Grundkonzept der “Klang der Quadrate” beruht auf handlichen Würfeln – auf SampleWürfeln sind vorgefertigte Sounds von Mannheimer Künstlern gespeichert, auf den RecordWürfeln können eigene Kompositionen abgespeichert werden.
Aktuell ist des Klanglabor im Rahmen der Ausstellung Macht Musik! im Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim zu sehen.
Im Jahr 2007 war die aufwändige Produktion in den Tourstädten Mannheim (2.6. bis 9.6.), Berlin (15.6.- 21.6.), Köln (29.6. – 6.7.) und München (27.7. – 3.8.) zu sehen.
Das Klanglabor besteht im wesentlichen aus den folgenden drei Stationen:
In der Bibliothek können die Besucher die Klangwürfel anhören und auswahl. Die Bibliothek besteht aus ca 80 Sounds und Loops von Mannheimer Musikern, Geräuschen aus dem Stadtgebiet, sowie aus Loops von Remixen des Mannheim Songs (Hans Nieswand,
An den Mixing Stationen hat jeder Besucher die Möglichkeit, seinen eigenen Mix aus den Sounds Mannheimer Künstlern und seinen eigenen Sounds zu erstellen. Dazu stehen 4 Audiospuren zur Verfügung, die mit Hilfe von Sample- und RecordWürfeln mit Sounds gefüllt werden können. Jede der Spuren bietet dabei diverse Möglichkeiten die Sounds zu verfremden. So kann aus verschiedenen Audioeffekten gewählt werden. Ist der eigene Mix vollendet wird er auf einen RecordWürfel aufgezeichnet und steht anschließend als MP3 auf der Webseite zur Verfügung.
Hier kann der Besucher verschiedene Klänge (z.B. Trommel oder Gitarre) in Form von Spielsteinen auf eine kreisförmige Spielfläche ablegen. Die Spielfläche wird ständig von einer Art “Radar” umlaufen. Trifft der Radar auf einen Spielstein, wird dessen Klang abgespielt. Da die inneren Kreise öfter umlaufen werden als die äußeren, lassen sich komplexe Klanggebilde erstellen. Zusätzlich kann der Besucher mit Hilfe zweier Mikrofone selbst Geräusche aufnehmen und zu seiner Komposition hinzufügen. Ist der Besucher mit dem Ergebnis zufrieden, nimmt er einen RecordWürfel und speichert seinen Sound ab.
Das Gesamtkonzept der Klanginstallation wurde von Atelier Markgraph entwickelt, das Interaktions- und Systemdesign von MESO Digital Interiors.
Die Erkennung der Sample- und RecordWürfel wurde durch Barcodes (Strichcodes) gelöst.
Jeder der über 10.000 Würfel ist durch einen eindeutigen Code identifizierbar. An den Stationen kommen mehrere industrielle Lesegeräte zum Einsatz, wie sie auch von Supermarktkassen bekannt sind. Damit die Informationen zu den Würfeln zentral verwaltet werden können, stellt ein zentraler Rechner eine Datenbank zur Verfügung die mit allen Stationen verbunden ist. Insgesamt sind es acht Computer, die sich für den Betrieb aller Stationen verantwortlich zeigen. Die Stationen, an denen die Besucher aktiv auf die Musik einwirken können sind mit kapazitiven bzw. optischen Touchscreens ausgerüstet, welche als robuste Benutzerschnittstelle dienen.
Da diese Arbeitsweise auch eine spezielle Software erfordert, kommt an allen Stationen die grafische Programmiersprache VVVV zum Einsatz. So konnte die gesamte Software ganz individuell für den “Klang der Quadrate” entwickelt werden. Die Software steuert sämtliche grafischen Bedienoberflächen und die im Hintergrund ablaufenden Prozesse. So werden z.B. alle aufgenommen Songs der Besucher automatisiert in MP3´s konvertiert und anschließend auf einen externen Webserver geladen. VVVV ist für nichtkommerzielle Anwendungen frei verwendbar und kann kostenlos auf vvvv.org heruntergeladen werden. Für die eigentliche Audiosignalverarbeitung wird die Programmiersprache Max/MSP eingesetzt. VVVV und Max/MSP kommunizieren dabei über OSC (Open Sound Control).
Weitere Informationen unter www.klangderquadrate.de und www.stadtmarketing-mannheim.de.
The MESO team: Sebastian Oschatz, David Dessens, Ingolf Heinsch, Sebastian Weiss, Iven Schmidt, Jörg Obenauer