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systemisch
press release
1994 |

Gesellschaft unter bestimmten Kommunikationsverhältnissen
Resignation, Isoliertheit, die das jahrelang hatte
resignativ auch gerade dadurch, da es durch einen Technikbegriff gegangen
ist,
Agitation Integration
Kippfigur - Reiner Datenoutput vs Musik
Voraussetzungslos
Vorstellung halten, Niveau halten,
nicht multiple Identitäten, Rollen, Grenzbereiche.
Musik als diskursive Matrix, Kommentarebene, Metamusik
Kreativität-wie-man-sie-kannte ist in ein generatives Verfahren gewandert
( > vgl. Dekon/rekon)
Techno Ornamentale Effekte, die den Kontext anreichern, den neusten Effekt.
Lazy-Journalism als Konzept, überhaupt überleben zu können.
Angst vor vereinfachter Identität
Musik als Frequenzdomäne, organisierte Akustik (-> Installation)
Angeschlossen agieren, unangeschlossen thematisieren
Nicht die Tricks zeigen, sondern die Bedingungen der Tricks
Kontigenz, alles immer auch anders
Reflex eines generativen Verfahrens
Plural denken, alles hat seine Berechtigung
Dekonstruktion Rekonstruktion DAAD
Neue Semantik aus Abstraktion erzeugen
keine Theorie, kann sich dennoch an Theorien ankoppeln.
lifestyle vs. survival
regie führen
einfach machen - einfach machen
um das Wissen wissen
Alles ist an dem zu Messen, was man eigentlich machen könnte. Hardware
bzw. Geld schreibt fest, was man können soll.
Geld und Schlechtes Gewissen
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press release for
Wohnton installation
1994 |

Zur Installation: Die Installation besteht aus acht mit Cordstoff bezogenen
Modulen, die je sechzehn Lautsprecher beinhalten. Jedes Modul ist 2m lang.
Die Installation als Ganzes benötigt als Stellfläche mindestens
5m x 5m. Mit einem acht-Kanal-Tonbandgerät werden die Module angesteuert.
Es ist keine Live-Performance vorgesehen, die Musik kommt ausschließlich
vom Band. Zu hören sind jeweils stark überarbeitete, zwanzigminütige
Remixe einzelner Stücke von den beiden bisher erschienen CD s "Wohnton"
(Ata Tak WR6CD - EFA 03761-2) und "Systemisch" (mille plateaux
MPCD8 - EFA 00659-2) . Die Stücke wiederholen sich in sich regelmäßig.
Die Länge jedes Stückes ist durch die Länge des verwendeten
Bandes bedingt; je nach Rahmen können die Stücke auch wiederholt
gespielt werden. Durch die acht-kanal-Technik wird für die Besucher,
die sich im Inneren der Installation aufhalten, ein Raumklang erzeugt,
der im Stereosystem nicht zu reproduzieren ist
.
Um den Begriff "Wohnton" zu rechtfertigen, sind wir auf Hilfe
der Veranstalter angewiesen: Da in einem öffentlichen Raum nicht
im eigentlichen Sinne gewohnt werden kann, sollte den Besuchern ein Rahmen
angeboten werden, in dem sie sich ungezwungen bewegen können. Insofern
wäre es Ideal, wenn die Installation als Beiprogramm etwa einer Lesung,
Ausstellung oder eines Kongresses kontextualisiert würde. Auch die
Aufstellung in einer Art Café wäre denkbar.
Oval, Tonbau, Aufstellung, Klangkulisse, Sound, Klangmöbel, Struktur,
Eindringlichkeit,Eingängigkeit, loop, Suggestivität,
chill-in, Pop, Innenton, Modularität, Effekt und Korrektiv,Alles
wird größer.
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salesnotes of
systemisch
1994
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artist oval title systemisch MPCD9 format CD EFA
00659-2 / DLP EFA 00659-6 label mille plateaux. fon +49 69 239918.
fax +49 69 252280. mille plateaux is a cooperation between Force Inc.
Music Works and Blue. track listing 1 Textuell. 2 Aero Deck. 3
The politics of digital audio. 4 Schöner Wissen. 5 Catchy DAAD. 6
Mediaton. 7 Tonregie. 8 Oval Office. 9 Compact Disc. 10 Post Post. 11
Gabba Nation. oval Markus Popp, Sebastian Oschatz, Frank Metzger.
salesnotes Oval is not techno the way it used to be, it´s
not even ambient, their tracks start at a point that differs immensly
from the usually concieved term and functioning of what we call music.
No longer a song, or aural sculpture, any piece on this CD is not ideas
put to music or a desire expressed, it is unwanted music, musical simulacra
that rather shine through a not musical structuring, beginning with the
knowledge of sound being everything you can calculate.
Destructuring musical notions one by one, they still keep in mind that
even the concepts of subversion and seduction can not hold up to their
promising politics. They see their music rather as compromising between
complexity as a rule of understanding and the catchyness of design. Their
techique involves mainly samples from scrupulessly painted, misused CD´s.
Little data scratches, that evolve under their regime to haunting and
extremly naturally complex environments that just cannot be resisted in
their original beauty. This would be the sound of Aphex Twin might have
come up with, if he would have searched for inspiration in a digital rather
than an analogue world.
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german
press clippings |

Oval sind gute Menschen. Was siedazu bringt, oder wer was, bringt Fragezeichen.Gut.
Es gibt den Unterschied zwischen den Zeichen und den Menschen, aber der
spielt hier nicht mit.Verschwindet in einer unheimlichen Existenz.
Sascha Kösch, Spex 1/94
Privatismus und Design:an kleinen Fiktionen arbeiten, utopielos, systemisch:Zwischen
Affirmation und Negation bildet sich ein winziger Raum. Raum für
Politik?
Martin Conrads, tip 1/95
Das ist keine Verweigerung von Zitaten oder Wörtern, oder welchen
Einheiten auch immer, die ihren Weg in die Tracks finden, sondern von
dem was man für gewöhnlich Aussage nennt und was Macht ist.
Sascha Kösch, Spex 1/94
insofern ist diese privatistische Musik weniger defensiv als alle zornigen,
aber formal konservativen Reservoire des Widerstands.
Diedrich Diederichsen, Spex 11/93
Ist die digitale Technik eine Sache, zu der man sich überhaupt verhalten
kann?
Spex 1/94
Oval tun das schon: Zur Verfügung stellen.
Jörg Heiser, Heaven Sent 7/94
Alles klingt ungemacht.
Martin Büsser, Zap 1/95
Man verliert den sicheren Effekt des Wiedererkennens zugunsten tastender
Freude.
Martin Conrads, tip 1/95
Die moderne Unterhaltungselektronik, das ist der generelle Rahmen, in
dem die Musik verstanden werden muß. Japaner tüfteln unentwegt
an Möglichkeiten, wir bröseln solange daran herum, bis alles
hinterfragt und auf seine Möglichkeiten reduziert.
Sascha Kösch, Spex 1/94
Fehler schön zu machen durch Wiederholung ist ein Pop-Prinzip.
Jörg Heiser, Heaven Sent 7/94
Insgesamt hört sich das sehr weich an, sehr moll, definitiv untanzbar
und manchmal nah an einer kristallinen Schönheit, die deshalb so
ergreifend ist, weil sie nicht erhaben vor einem erscheint, sondern weil
man ihr Warum hören kann.
Martin Pesch, Zitty 2/95
(Macht sich jemand, der einen Song "Catchy DAAD" nennt nicht
schon wieder unhip?Zumindest gegenüber 99% der Bundesbürger
inkompatibel...wer weiß, vielleicht läuft Subversion inzwischen
wirklich nur noch auf diese Art)
Martin Büsser, Zap 1/95
Das es Bands gegeben hat und geben wird, damit kann man Fähnchen
schwingen, historische Prozessionen plakatieren und sie hinterher fetzenweise
von Wänden knibbeln, in denen man nicht mehr wohnen möchte.
Sascha Kösch, Spex 1/94
Das Ergebnis ist so trickig wie die Methode. Maximale Entfremdung bei
absolutem Wohlbefinden.
Martin Büsser, Zap 1/95
(denn das ist im Grunde die kritische Position: Die Angst vor Beherrschung
und was man dagegen sagen kann.)
Sascha Kösch, Spex 1/94
Computer und Kontingenz: Systemisch ist, wie sich im technischen Verfahren
die Datenkoordination zur ästhetischen Entscheidung verhält.
Martin Conrads, tip 1/95
Oval zahlen dafür einen Preis: die lästige Autorenschaft mit
ihrem Innerlichkeitspathos scheint zwar abgelegt, dafür hat man sich
aber die paradoxe Rolle eines Ingenieurs eingehandelt, der den Verfahren,
die er nur regulieren und nicht voll bestimmen kann, Schönheit abgewinnen
muß.
Jörg Heiser, Heaven Sent 7/94
Oval dagegen übertreiben es in Sachen Akademismus und Verstiegenheit
so sehr, daß sie selbst dann noch sympathisch blieben, wenn sie
es komplett ernst meinten.
Martin Büsser, Zap 1/95
Sie bleiben (zumindest ästhetisch) Sieger gegenüber all denen,
die nur Eindeutigkeiten ertragen können und - sehr deutsch - immer
nur "tiefe Gefühle" einfordern. "Tiefe Gefühle"
und "klare Aussagen" geben Oval nicht. Ihre Musik ist eine Verflechtung
aus nicht einmal mehr eindeutig auffindbaren Bezugssystemen
Martin Büsser, Zap 1/95
Auffällig dabei ist, wie in der von Oval vollzogenen Verschärfung
der Automatisierung und dem Zurücknehmen des popmusikalischen Eingriffs
dennoch ziemlich berechenbar eine ganz bestimmte Ästhetik, nämlich
ein suchend kontemplatives, sachtes Klangdesign, hervortritt:vielleicht
weil die offene Struktur der Sounds nur so noch im Hören nachzuzeichnen
ist, schön bleibt, weil nur so das Soundsystem Oval noch atemberaubend
sicher die Register der Psychoakustik ziehen kann.
Jörg Heiser, taz
Wenn Musik hier unstrukturiert aus den Algorithmen wiederkehrt, so als
Resultat einer Klangregie, die Komplexität erst dadurch aufzeigt,
daß sie die Reduktion einlöst.
Martin Conrads, tip 1/95
Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, die den Musikbegriff hier schon
überholt sehen, kommt das kontrolliert automatisch entstandene im
schönsten Sinne als Musik an.
Jörg Heiser, taz
Wenn sie sich fragen, wie man mit Technik arbeiten kann, die einem vorgeben
möchte, was zu tun ist, und was nicht, (denn das ist im Grunde die
kritische Position: Angst vor Beherrschung, und was man dagegen sagen
kann ), ihre Strategien, als unerläßlich notwendige Verdopplung
ihrer Stücke beschreiben, dann geht es auch immer ein Auf-der-Höhe-der-Zeit-Sein,
mit der Zersplitterung Schritt zu halten. Man kann innerhalb eines Systems
gegen dieses arbeiten, ohne es zu zerstören.
Sascha Kösch, Spex
Hier wäre ein ziemlich außergewöhnliches Ereignis anzuzeigen:
eine Platte die wirklich neu genannt zu werden verdient. Die Gruppe Oval
macht Kammermusik für die Gegenwart und überschreitet doch alle
Grenzen, die sich diese Gegenwart errichtet hat und so verkrampft verteidigt.
[...] Aus dem Verschroben-Schrulligen der 80er-Individualisten, die wir
alle vergessen glaubten, wird so das Beste für die Gegenwart gemacht.
Insofern ist diese privatistische Musik weniger defensiv als alle zornigen,
aber formal konservativen Reservoire des Widerstands. Dieses tendentiell
Oberschülerhafte behauptet, von Berlin und Frankfurt aus, erstmals
wieder eine Position, die die Hamburger Indie-Hegemonie erschüttern
könnte, und auch international ganz neue Perspektiven eröffnen
könnte. Musik zur Zeit (jenem Teil des Gegenwartsgeschehens, dem
nicht allein mit Re-Politisierung beizukommen ist).
Diedrich Diederichsen, über "Wohnton", Spex 11/93
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