historic material from 94-95


Introduction from
Apple Computer™ QuickTime™
Programmers Manua
Macintosh Music Architecture

 


"Music" here refers to an abstraction of certain kinds of sounds. In the simplest explanation, music is an effective compression technique for certain kinds of sound tracks. For example, a QuickTime music track might store several sampled sounds, and a time-ordered playback list for these sounds. In this case, the same musical output is produced every time the track is played. However, a music track might not carry the sampled sounds with it; it might only carry the name of the desired sound, such as "piano." The movie would then be considered to be playing "correctly" regardless of exactly which piano-type-sound was used to reproduce the music, as long as it was a "piano."

Also, a music track is susceptible to types of editing that a sound track is not, such as altering tempo without altering pitch, altering pitch without altering tempo, and other changes at a higher level than the sampled wave form. The instruments specified to play particular parts of the score might be reassigned.

 

clipboard section of
systemisch
press release
1994


Gesellschaft unter bestimmten Kommunikationsverhältnissen
Resignation, Isoliertheit, die das jahrelang hatte
resignativ auch gerade dadurch, da es durch einen Technikbegriff gegangen ist,
Agitation Integration
Kippfigur - Reiner Datenoutput vs Musik
Voraussetzungslos
Vorstellung halten, Niveau halten,
nicht multiple Identitäten, Rollen, Grenzbereiche.
Musik als diskursive Matrix, Kommentarebene, Metamusik
Kreativität-wie-man-sie-kannte ist in ein generatives Verfahren gewandert ( > vgl. Dekon/rekon)
Techno Ornamentale Effekte, die den Kontext anreichern, den neusten Effekt.
Lazy-Journalism als Konzept, überhaupt überleben zu können.
Angst vor vereinfachter Identität
Musik als Frequenzdomäne, organisierte Akustik (-> Installation)
Angeschlossen agieren, unangeschlossen thematisieren
Nicht die Tricks zeigen, sondern die Bedingungen der Tricks
Kontigenz, alles immer auch anders
Reflex eines generativen Verfahrens
Plural denken, alles hat seine Berechtigung
Dekonstruktion Rekonstruktion DAAD
Neue Semantik aus Abstraktion erzeugen
keine Theorie, kann sich dennoch an Theorien ankoppeln.
lifestyle vs. survival
regie führen
einfach machen - einfach machen
um das Wissen wissen
Alles ist an dem zu Messen, was man eigentlich machen könnte. Hardware bzw. Geld schreibt fest, was man können soll.
Geld und Schlechtes Gewissen


press release for
Wohnton installation
1994


Zur Installation: Die Installation besteht aus acht mit Cordstoff bezogenen Modulen, die je sechzehn Lautsprecher beinhalten. Jedes Modul ist 2m lang. Die Installation als Ganzes benötigt als Stellfläche mindestens 5m x 5m. Mit einem acht-Kanal-Tonbandgerät werden die Module angesteuert. Es ist keine Live-Performance vorgesehen, die Musik kommt ausschließlich vom Band. Zu hören sind jeweils stark überarbeitete, zwanzigminütige Remixe einzelner Stücke von den beiden bisher erschienen CD s "Wohnton" (Ata Tak WR6CD - EFA 03761-2) und "Systemisch" (mille plateaux MPCD8 - EFA 00659-2) . Die Stücke wiederholen sich in sich regelmäßig. Die Länge jedes Stückes ist durch die Länge des verwendeten Bandes bedingt; je nach Rahmen können die Stücke auch wiederholt gespielt werden. Durch die acht-kanal-Technik wird für die Besucher, die sich im Inneren der Installation aufhalten, ein Raumklang erzeugt, der im Stereosystem nicht zu reproduzieren ist
.
Um den Begriff "Wohnton" zu rechtfertigen, sind wir auf Hilfe der Veranstalter angewiesen: Da in einem öffentlichen Raum nicht im eigentlichen Sinne gewohnt werden kann, sollte den Besuchern ein Rahmen angeboten werden, in dem sie sich ungezwungen bewegen können. Insofern wäre es Ideal, wenn die Installation als Beiprogramm etwa einer Lesung, Ausstellung oder eines Kongresses kontextualisiert würde. Auch die Aufstellung in einer Art Café wäre denkbar.

Oval, Tonbau, Aufstellung, Klangkulisse, Sound, Klangmöbel, Struktur, Eindringlichkeit,Eingängigkeit, loop, Suggestivität, chill-in, Pop, Innenton, Modularität, Effekt und Korrektiv,Alles wird größer.

 

 


salesnotes of
systemisch
1994


artist oval title systemisch MPCD9 format CD EFA 00659-2 / DLP EFA 00659-6 label mille plateaux. fon +49 69 239918. fax +49 69 252280. mille plateaux is a cooperation between Force Inc. Music Works and Blue. track listing 1 Textuell. 2 Aero Deck. 3 The politics of digital audio. 4 Schöner Wissen. 5 Catchy DAAD. 6 Mediaton. 7 Tonregie. 8 Oval Office. 9 Compact Disc. 10 Post Post. 11 Gabba Nation. oval Markus Popp, Sebastian Oschatz, Frank Metzger.

salesnotes Oval is not techno the way it used to be, it´s not even ambient, their tracks start at a point that differs immensly from the usually concieved term and functioning of what we call music.

No longer a song, or aural sculpture, any piece on this CD is not ideas put to music or a desire expressed, it is unwanted music, musical simulacra that rather shine through a not musical structuring, beginning with the knowledge of sound being everything you can calculate.

Destructuring musical notions one by one, they still keep in mind that even the concepts of subversion and seduction can not hold up to their promising politics. They see their music rather as compromising between complexity as a rule of understanding and the catchyness of design. Their techique involves mainly samples from scrupulessly painted, misused CD´s. Little data scratches, that evolve under their regime to haunting and extremly naturally complex environments that just cannot be resisted in their original beauty. This would be the sound of Aphex Twin might have come up with, if he would have searched for inspiration in a digital rather than an analogue world.


german
press clippings


Oval sind gute Menschen. Was siedazu bringt, oder wer was, bringt Fragezeichen.Gut. Es gibt den Unterschied zwischen den Zeichen und den Menschen, aber der spielt hier nicht mit.Verschwindet in einer unheimlichen Existenz.
Sascha Kösch, Spex 1/94

Privatismus und Design:an kleinen Fiktionen arbeiten, utopielos, systemisch:Zwischen Affirmation und Negation bildet sich ein winziger Raum. Raum für Politik?
Martin Conrads, tip 1/95

Das ist keine Verweigerung von Zitaten oder Wörtern, oder welchen Einheiten auch immer, die ihren Weg in die Tracks finden, sondern von dem was man für gewöhnlich Aussage nennt und was Macht ist.
Sascha Kösch, Spex 1/94

insofern ist diese privatistische Musik weniger defensiv als alle zornigen, aber formal konservativen Reservoire des Widerstands.
Diedrich Diederichsen, Spex 11/93

Ist die digitale Technik eine Sache, zu der man sich überhaupt verhalten kann?
Spex 1/94

Oval tun das schon: Zur Verfügung stellen.
Jörg Heiser, Heaven Sent 7/94

Alles klingt ungemacht.
Martin Büsser, Zap 1/95

Man verliert den sicheren Effekt des Wiedererkennens zugunsten tastender Freude.
Martin Conrads, tip 1/95

Die moderne Unterhaltungselektronik, das ist der generelle Rahmen, in dem die Musik verstanden werden muß. Japaner tüfteln unentwegt an Möglichkeiten, wir bröseln solange daran herum, bis alles hinterfragt und auf seine Möglichkeiten reduziert.
Sascha Kösch, Spex 1/94

Fehler schön zu machen durch Wiederholung ist ein Pop-Prinzip.
Jörg Heiser, Heaven Sent 7/94

Insgesamt hört sich das sehr weich an, sehr moll, definitiv untanzbar und manchmal nah an einer kristallinen Schönheit, die deshalb so ergreifend ist, weil sie nicht erhaben vor einem erscheint, sondern weil man ihr Warum hören kann.
Martin Pesch, Zitty 2/95

(Macht sich jemand, der einen Song "Catchy DAAD" nennt nicht schon wieder unhip?Zumindest gegenüber 99% der Bundesbürger inkompatibel...wer weiß, vielleicht läuft Subversion inzwischen wirklich nur noch auf diese Art)
Martin Büsser, Zap 1/95

Das es Bands gegeben hat und geben wird, damit kann man Fähnchen schwingen, historische Prozessionen plakatieren und sie hinterher fetzenweise von Wänden knibbeln, in denen man nicht mehr wohnen möchte.

Sascha Kösch, Spex 1/94

Das Ergebnis ist so trickig wie die Methode. Maximale Entfremdung bei absolutem Wohlbefinden.
Martin Büsser, Zap 1/95

(denn das ist im Grunde die kritische Position: Die Angst vor Beherrschung und was man dagegen sagen kann.)
Sascha Kösch, Spex 1/94

Computer und Kontingenz: Systemisch ist, wie sich im technischen Verfahren die Datenkoordination zur ästhetischen Entscheidung verhält.
Martin Conrads, tip 1/95

Oval zahlen dafür einen Preis: die lästige Autorenschaft mit ihrem Innerlichkeitspathos scheint zwar abgelegt, dafür hat man sich aber die paradoxe Rolle eines Ingenieurs eingehandelt, der den Verfahren, die er nur regulieren und nicht voll bestimmen kann, Schönheit abgewinnen muß.
Jörg Heiser, Heaven Sent 7/94

Oval dagegen übertreiben es in Sachen Akademismus und Verstiegenheit so sehr, daß sie selbst dann noch sympathisch blieben, wenn sie es komplett ernst meinten.
Martin Büsser, Zap 1/95

Sie bleiben (zumindest ästhetisch) Sieger gegenüber all denen, die nur Eindeutigkeiten ertragen können und - sehr deutsch - immer nur "tiefe Gefühle" einfordern. "Tiefe Gefühle" und "klare Aussagen" geben Oval nicht. Ihre Musik ist eine Verflechtung aus nicht einmal mehr eindeutig auffindbaren Bezugssystemen
Martin Büsser, Zap 1/95

Auffällig dabei ist, wie in der von Oval vollzogenen Verschärfung der Automatisierung und dem Zurücknehmen des popmusikalischen Eingriffs dennoch ziemlich berechenbar eine ganz bestimmte Ästhetik, nämlich ein suchend kontemplatives, sachtes Klangdesign, hervortritt:vielleicht weil die offene Struktur der Sounds nur so noch im Hören nachzuzeichnen ist, schön bleibt, weil nur so das Soundsystem Oval noch atemberaubend sicher die Register der Psychoakustik ziehen kann.
Jörg Heiser, taz

Wenn Musik hier unstrukturiert aus den Algorithmen wiederkehrt, so als Resultat einer Klangregie, die Komplexität erst dadurch aufzeigt, daß sie die Reduktion einlöst.
Martin Conrads, tip 1/95

Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, die den Musikbegriff hier schon überholt sehen, kommt das kontrolliert automatisch entstandene im schönsten Sinne als Musik an.
Jörg Heiser, taz

Wenn sie sich fragen, wie man mit Technik arbeiten kann, die einem vorgeben möchte, was zu tun ist, und was nicht, (denn das ist im Grunde die kritische Position: Angst vor Beherrschung, und was man dagegen sagen kann ), ihre Strategien, als unerläßlich notwendige Verdopplung ihrer Stücke beschreiben, dann geht es auch immer ein Auf-der-Höhe-der-Zeit-Sein, mit der Zersplitterung Schritt zu halten. Man kann innerhalb eines Systems gegen dieses arbeiten, ohne es zu zerstören.
Sascha Kösch, Spex

Hier wäre ein ziemlich außergewöhnliches Ereignis anzuzeigen: eine Platte die wirklich neu genannt zu werden verdient. Die Gruppe Oval macht Kammermusik für die Gegenwart und überschreitet doch alle Grenzen, die sich diese Gegenwart errichtet hat und so verkrampft verteidigt. [...] Aus dem Verschroben-Schrulligen der 80er-Individualisten, die wir alle vergessen glaubten, wird so das Beste für die Gegenwart gemacht. Insofern ist diese privatistische Musik weniger defensiv als alle zornigen, aber formal konservativen Reservoire des Widerstands. Dieses tendentiell Oberschülerhafte behauptet, von Berlin und Frankfurt aus, erstmals wieder eine Position, die die Hamburger Indie-Hegemonie erschüttern könnte, und auch international ganz neue Perspektiven eröffnen könnte. Musik zur Zeit (jenem Teil des Gegenwartsgeschehens, dem nicht allein mit Re-Politisierung beizukommen ist).
Diedrich Diederichsen, über "Wohnton", Spex 11/93


downloads


some of the material is mirrored here as pdf

Diedrich Diederichsen in Spex 11/93 (german)
Jörg Heiser in Heaven Sent 2/94 (german)
Sascha Kösch in Spec 1/94 (german)


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